Dennoch feiern Kinderwunsch-Tage in Berlin riesigen Erfolg

Immer häufiger entscheiden sich Paare für eine Leihmutterschaft. Die Gründe sind meistens medizinischer Natur. Frauen, die keinen eigenen Nachwuchs bekommen können, aber trotzdem nicht aufs Familienglück verzichten wollen, suchen nach Alternativen. Viele Stars in Asien und den
USA tun es einfach, um ihre gute Figur nicht zu verlieren. Doch was ist eigentlich mit der Leihmutter? Ist ein derartiger Verkauf des eigenen Körpers ethisch vertretbar? Welche psychischen Folgen hat das? Diese Fragen stellen sich auch viele User auf unserer Facebookseite. Stefanie schreibt: „Leihmutterschaft ist der Höhepunkt einer egoistischen Gesellschaft.“ Romy ist anderer Meinung: „Sich moralisch über etwas zu stellen, kann jeder. Wer selber einmal in der Situation ist, kann den Wunsch nach einem Kind, auch über eine Leihmutter, vielleicht eher verstehen.“ „Leihmutterschaft = Menschenhandel = Egoismus.“, meint Benjamin. Welche Motivation steckt nun aber wirklich hinter den alternativen Behandlungsmethoden?

Dr. Zervomanolakis von Southeastern Fertility Solutions behandelt seit 10 Jahren deutsche Wunscheltern und vermittelt ihnen Frauen, die ihre Kinder für sie austragen. Der griechische Experte war nach seinem Studienabschluss in Deutschland Oberarzt an der Uniklinik Innsbruck und
arbeitet jetzt in der größten Entbindungsklinik Athens. Für ihn ist es eine Mission, Paaren ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Bei den Kinderwunsch-Tagen am 09. und 10. März 2019 in Berlin konnten Interessierte alles zum Thema Leihmutterschaft erfahren und mit Dr. Zervomanolakis persönlich sprechen. Die Veranstaltung, die dieses Jahr zum zweiten Mal stattfand, stieß auf große Begeisterung, vor allem bei Paaren mit langem gesundheitlich bedingtem Leidensweg.

„Wieso ist das nicht gesperrt hier? Ist doch Menschenhandel?“, fragt sich Lisa auf Facebook. Die Rechtslage in Griechenland lässt es allerdings zu, Leihmutterschaft als alternative Behandlungsmöglichkeit anzubieten, jedoch nur, wenn eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege nicht möglich ist. Dabei seien liebevolle Wunscheltern eine bessere Voraussetzung für eine intakte Familie, als ungewollte Schwangerschaften, sagt Dr. Zervomanolakis, und solange alles gesetzlich geregelt sei, könne es auch keine Ausbeutung der Leihmütter geben. Marianne unterstützt diese
Einstellung: „Ich finde das in Ordnung, so viele Ehepaare werden glücklich… warum nicht?“ Auch während der öffentlichen Vorträge des Doktors bei den Kinderwunsch-Tagen gab es jede Menge Zuspruch, der alle Kritik mit Leichtigkeit in den Schatten stellte.

Und wie geht es den Leihmüttern während der ganzen Prozedur? „Eine richtige Mutter würde niemals eine Leihmutter sein. Dafür hat man doch Muttergefühle von Natur aus.“, meint Yasemin. „Es gibt sicherlich auch Frauen die Leihmutter sind, weil sie einem Paar ein Kind ermöglichen
wollen. […] Diese Kinder werden mit Sicherheit sehr geliebt.“, sagt dagegen Michaela. Tatsächlich leben die Leihmütter während der Schwangerschaft in ihren eigenen Familien, in denen es bereits Kinder gibt. Das ist eine Voraussetzung für die Behandlung. Die Frauen wissen also, was sie erwartet und werden außerdem regelmäßig medizinisch und psychologisch betreut. Die Motivation von Ärzten und Leihmüttern ist es, Leben zu schenken und Paare glücklich zu machen, die sich den Traum vom Wunschkind noch nicht erfüllen konnten. Psychische Folgen sind laut Dr. Zervomanolakis ausgeschlossen, denn es werden umfangreiche Tests durchgeführt, bevor eine Vermittlung zustande kommt.


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